Casa Comalat
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Nur wenige Meter vom Passeig de Gràcia entfernt und relativ nah zu zwei der bekanntesten Werke des katalanischen Modernismus, dem Casa Milà und dem Casa Batlló (beide von Antoni Gaudí), erhebt sich das Casa Comalat (auf Deutsch das Haus Comalat). Für Viele ist es eine große Unbekanntheit unter dem modernistischen Panorama der Stadt – und das obwohl es eines der Gebäude der Ruta del Modernisme ist.

Zu betonen

Das Casa Comalat wurde in den Jahren 1906 bis 1911 im Auftrag von Herrn Comalat erbaut. Er war ein Darlehensgeber der damaligen Epoche, der wie viele andere Bürger jener Zeit wollte, dass sein Wohnsitz ein gutes Abbild seiner wirtschaftlichen Macht sei. Der mit dem Bau Beauftragte war Salvador Valeri i Pupurull, ein modernistischer Architekt, der sehr von Gaudís Werk beeinflusst wurde.

Casa Comalat

Eines der auffälligsten Merkmale des Casa Comalat sind seine zwei Fassaden. Es befindet sich in einem kleinen Häuserblock, wodurch dies möglich ist. Obwohl beide Fassaden den gleichen architektonischen Stil teilen, den Spätmodernismus, sind die Unterschiede mehr als deutlich. An der Fassade hin zur Avinguda Diagonal, die komplett aus Stein ist, erkennt man die üblichen gekrümmten Linien und dekorativen Details, die typisch für den Modernismus sind. Dazu gehören beispielsweise organische Formen oder große Balkone. Nichtsdestotrotz strahlt sie eine Schlichtheit aus, die in keinem Vergleich zu dem steht, was die hintere Fassade zur Carrer Còrsega vermittelt. Letztere, mit einem akzentuierteren Gebrauch der gekrümmten Linien, ist deutlich auffälliger und gefärbter. Dies kommt vor allem durch den Einsatz der vielfarbigen Keramik und der auffälligen grünen Jalousien zum Ausdruck, welche die aus Holz gemachten Galerien verdecken.


Die Tatsache, dass viele Personen das Casa Comalat an eines der Werke von Antoni Gaudí erinnert, rührt daher, dass mehrere Elemente von ihm eine mehr als offensichtliche Ähnlichkeit mit den Werken des genialen Architekten haben. Ein klares Beispiel ist der Harlekin Mütze, der mit grüner, verglaster Keramik überzogen ist und das Casa Comalat krönt. Diese Keramik ähnelt sehr der Keramik, die für die Schuppen des Drachens im oberen Teil des Casa Batlló benutzt wurde.

Fenster Casa Comalat

Durch die Renovierung, die im Jahr 2009 stattfand, leuchtet die Fassade zur Straße Córcega wieder wie früher. Und trotz dieses Eingriffes ist das Haus Comalat eines der modernistischen Gebäude mit den geringsten Veränderungen und Verfälschungen sowohl an der Fassade als auch im Inneren. Das ist der Grund, warum das heutige Bild nur wenig von dem entfernt ist, welches es hatte, als man es vor mehr als 100 Jahren erbaute.

EMPFEHLUNG

Wegen der Mehrfarbigkeit der Keramik, welche die Fassade der Carrer Còrsega schmückt, empfehlen wir euch, soweit es euch möglich ist, das Casa Comalat an einem sonnigen Tag zu besuchen. In einem Zeitfenster zwischen 11:00h und frühem Nachmittag, wenn sie in ihrer ganzen Pracht erstrahlt.

Inneres und Besichtigungen

Wenn uns auch das Äußere des Gebäudes in vielen Teilen an das Werk von Gaudí erinnert, so ist es nicht das Gleiche mit seinem Inneren. In ihm spürt man deutlich das modernistische Gemüt, aber es ist so bis ins Extrem übertrieben, dass es in einigen Teilen dem Barrock ähnelt. Das stellt einen Kontrast zu anderen modernistischen Gebäuden dar, welche zwar eine sehr detailreiche Dekoration besitzen, diese aber weder so zahlreich noch so übertrieben ist.

KANN MAN DAS INNERE NICHT BESICHTIGEN

Da es sich um einen privaten Wohnsitz handelt, kann man das Innere nicht besichtigen. Das ist wirklich Schade, weil es sich in einem perfekten Erhaltungszustand befindet und seiner äußeren wunderschönen Fassade sehr gewachsen ist.

Einzelheiten Casa Comalat

Im Inneren fällt der anhaltende dekorative Gebrauch der Keramik auf sowohl an den Wänden als auch an den Decken, in den Gemeinschaftsräumen und auch in den privaten Wohnräumen. Desweiteren erkennt man eine große Anzahl an Siebdrucken, Decken mit Reliefs und fantastisch gefärbten Gläsern, die von Rigalt i Granell hergestellt wurden, einem der bedeutendsten Glasateliers der Epoche.

Das Holz spielt im Inneren des Casa Comalat ebenfalls eine große Rolle, genauer gesagt im Hausflur. Neben den unterschiedlichen Elementen und ornamentierten Details aus genanntem Material befindet sich dort zudem eine Holzbank, ein wahres Schmuckstück aus dem Beginn des 19. Jahrhundert und einzigartig in seinem Stil.

Fotogalerie

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Anschrift

Hauptfassade: Avinguda Diagonal 442, Barcelona.

Hintere Fassade: c/ (Straße) Còrsega 316, Barcelona.

Besuchszeiten

Das Innere des Casa Comalat kann man nicht besichtigen, da es in Privatbesitz ist.

Wie kommt ihr hin?

Metro: Diagonal (Linien 3 und 5).

Busse: Linien 6, 7, 20, 22, 24, 33, 34, 39, H8, H10, V15, V17 und Touristenbus.

Zu Fuß: Bei einem schönen Spaziergang über den Passeig de Gràcia könnt ihr zu Fuß bis zum Casa Comalat kommen.

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