Col·legi de les Teresianes

Das Col·legi de les Teresianes (1887-1889) wird auch Col·legi Teresià genannt und ist eines der ersten bedeutenden Arbeiten des modernistischen Architekten Antoni Gaudí. Es befindet sich im oberen Teil von Barcelona, genauer gesagt in der Carrer Ganduxer im Viertel Sarrià – Sant Gervasi, das damals ein von Barcelona unabhängiger Ort war.

Zu betonen

Die Schule war von San Enrique de Ossó geplant worden, einem Priester und Gründer der Congregació de les Germanes de la Companyia de Santa Teresa de Jesús. Er war derjenige, der Antoni Gaudí das Projekt anbot als das Fundament des Baus bereits 80cm hoch war. Die klare Voraussetzung, die der Architekt bei der Übernahme des Projekts bekam, war vor allem die ursprüngliche Schlichtheit in den Linien und Formen des Designs beizubehalten, damit sie an die Einfachheit, die die Ordensgemeinschaft anstrebte, erinnerte.

Fassade von der Straße

Die Fassade

Wenn man die Fassade betrachtet, wird einem gleich bewusst, dass Antoni Gaudí den Anweisungen, ein schlichtes Gebäude zu entwerfen, gefolgt ist. Ein klares Beispiel dafür ist die Tatsache, dass er weiterhin den Ziegelstein benutzte, ein günstiges Material, sowie die geraden Linien im gesamten Gebäude. Trotzdem nahm sich Gaudí gewisse Freiheiten wie bei den Spitzen, welche die Fassade krönen und bei der die Türme in den Ecken auffallen. Ein anderer Zusatz, den Gaudí dem ursprünglichen Design des Äußeren gab, war die Gestaltung des Eingangs, welcher aus der Fassade heraustritt. Es fällt das Schulwappen und die Benutzung von Fenstern in unterschiedlichen und auffälligen Farben auf – die Einleitung zum markanten Stilwechsel zwischen dem Inneren und Äußeren des Gebäudes.


Einzelheiten Col·legi Teresià

Das Innere des Gebäudes

Das Äußere des Gebäudes erinnert uns an die mittelalterliche Architektur, das Innere hingegen ist das komplette Gegenteil mit Anspielungen auf den gotischen und Mudejar-Stil. Der Grund dafür ist, dass Gaudí bei der Arbeit im Inneren des Gebäudes, abseits von möglichen kritischen Blicken, viel mehr Freiheiten sah als bei seinem offen dargelegten Äußeren.

parabolischen Bögen

Im unteren Stockwerk erregt die Breite des Hauptkorridors Aufmerksamkeit. Er ist breiter als der zu den seitlichen Sälen. Zudem fällt eine Reihe aneinander geketteter Bögen auf, die einerseits sehr dekorativ sind, andererseits auch die Funktion haben an unterschiedlichen Punkten das Gewicht des oberen Stockwerks zu entlasten und es so zu tragen.

WOHIN FÜHREN DIESE TREPPEN?
Gaudi Treppen

Die normale Antwort wäre: „Zu einem Dachboden“ oder „zu einer anderen Etage“. Aber im Falle Gaudís ist alles nicht ganz so offensichtlich. Im ersten Stockwerk der Schule befinden sich einige Treppenstufen, die in Wirklichkeit nirgendwo hinführen. Es handelt sich einfach um ein kleines Spiel des Architekten mit dem Raum, wie er es auch in einem anderen seiner Werke gemacht hat, dem Palau Güell.

Wie bei den anderen Werken Gaudís auch, erkennt man sofort die Besessenheit des Architekten den größtmöglichen Nutzen aus dem Licht von außen herauszuholen. Dafür baute er unterschiedliche Atrien, die das Licht sowohl in den oberen als auch in den unteren Stockwerken hineinlassen. Weitere deutliche Spuren Gaudís sind der Gebrauch von geschmiedetem Eisen und die parabolischen Bögen, die man in den Gängen im ersten Stockwerk sieht. Zudem fällt der Säulenwald in der ersten Etage auf. Er ist eher ein Beispiel dafür wie sehr Gaudí die Verwendung von Formen aus der Natur bei jedem einzelnen seiner Werke überdachte.

KANN MAN DAS GEBÄUDE BESICHTIGEN?
Leider nicht. Die Schule hat heute immer noch die gleiche Funktion, für die sie gebaut wurde. Deswegen ist sie für touristische Besichtigungen nicht geöffnet und von der Straße aus kann man lediglich den oberen Teil seiner Fassade erblicken. Der Rest wird von einer Mauer verdeckt, die das Gelände umgibt.

Das Äußere: Wenn ihr daran interessiert seid die Fassade ein wenig besser zu sehen, könnt ihr während Schulschluss zur Schule kommen und fragen, ob ihr einen kurzen Blick auf sie werfen dürft.

Das Innere: In sein Inneres wird es sehr viel schwieriger sein hineinzukommen. Das Beste ist es, bis zu einem der Tage der offenen Tür zu warten, die ab und zu stattfinden. Z.B. während des 48H Open House Barcelona, dem Architekturfest, das jedes Jahr in der Stadt gefeiert wird.

Fotogalerie

Karte


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Anschrift

c/ Ganduxer, 85, Barcelona.

Besuchszeiten

Das Gebäude kann nicht besichtigt werden.

Wie kommt ihr hin?

FGC: La Bonanova und Les Tres Torres.

Busse: Linien 68, 70, H6 und V11.

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