Jardins de Baluard

Die Jardins del Baluard, auf Deutsch die Gärten von Bollwerk, befinden sich im Viertel Raval an der Grenze zum Viertel Poble Sec. Es ist ein Ort inmitten des Zentrums von Barcelona, der immer noch der großen Mehrheit von Touristen und vielen Bürgern von Barcelona verborgen bleibt.

Was ist ein Baluard?

Das katalanische Wort “Baluard” bedeutet Schutzwall oder auch Bollwerk. Es beschreibt eine kleine Verteidigungsanlage in fünfeckiger Form, die man auf einer Mauer errichtet hat. In ihr konnten sich relativ viele Männer aufhalten. Das machte diese Konstruktion zu einem hervorragenden Verteidigungspunkt der Mauer und natürlich auch der Stadt.

Der heutige Schutzwall Baluard de Drassanes oder Santa Madrona wird in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert. Seine Anfänge gehen jedoch noch weitere Jahre zurück. Man hatte ihn über ein vorheriges Bollwerk gebaut, welches im Aufstand der Schnitter (Guerra dels Segadors) errichtet worden war. Den unteren Teil des Schutzwalls nutzte man zur Einquartierung der Truppen und als Waffenlager. Im oberen Teil kamen die Wagen und Kanonen unter.

Zu betonen

Die Jardins del Baluard gehören zum Maritim-Museum von Barcelona (MMB) und sind ein Teil der Anlage der königlichen Werft, auf Katalanisch auch „drassanes reials“ genannt. Seine Lage direkt auf dem Bollwerk, einem der 11, welche die Stadtmauer von Barcelona besaß, verleihen diesem Garten seinen besonderen Reiz. Auch wenn er sich nicht an einem besonders hohen Ort befindet, kann man von seiner Lage aus einen anderen Blick über die Zone bekommen. Besonders die Statue von Christoph Kolumbus und die drei Schornsteine des Paral·lel fallen auf. Letztere stammen aus dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts und sind seit 1979 historisches Kulturgut.

Jardins de Baluard

Portal de Santa Madrona

Einer der Anreize der Überreste der Mauer der königlichen Werft von Barcelona, welcher zugleich ein Teil des Schutzwalls bildet, ist das Portal de Santa Madrona, eines der Tore der mittelalterlichen Stadtmauer und das am Besten erhaltene von allen. In vergangenen Epochen wurde es von der Coronela de Barcelona bewacht. Heute bleibt das Portal von Santa Madrona geschlossen und wird lediglich an besonderen Tagen geöffnet.

La Coronela de Barcelona

La Coronela war eine städtische Miliz mit mehreren militärischen Privilegien, welche gewisse Aufgaben übernahm. Eine davon war das Bewachen der Stadttore. Diese Funktion übernahm die La Coronela von Barcelona bis 1714. In jenem Jahr kapitulierte die Stadt vor den Truppen König Philips V.

Besichtigung

Die Gärten von Baluard wurden 1953 eingeweiht und blieben leider seit 1993 der Öffentlichkeit verschlossen. Seitdem hat man sie nur sehr sporadisch geöffnet: Zur Feier eines bestimmten Tages oder zu besonderen Ereignissen wie den Festes del Raval, den Festes de Santa Eulàlia oder denen der La Mercè.


Rampe Jardins Baluard

Durch die Tatsache, dass die Gärten so lange Zeit geschlossen blieben, sehen sie im Inneren recht vernachlässigt aus. Nach einer Umgestaltung und Herrichtung ihres Bereichs, einschließlich der Begrünung im Inneren, wurden die Gärten von Baluard glücklicherweise im Jahr 2015 für Besichtigungen geöffnet. Man betritt sie durch den Eingang aus dem Jahr 1800. Danach läuft man die Rampe hoch, die für den Transport von Kutschen und Kanonen gebaut wurde. Sie sollten die Werft und die Stadt beschützen. Einmal oben angekommen kann man neben anderen Dingen die Türme der mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert und eine Figur der Santa Madrona sehen.

Der Sommer in den Jardins del Baluard

Es ist angedacht, dass in den Sommermonaten verschiedene Aktivitäten stattfinden, damit dieser noch unbekannte Ort bei den Besuchern und Bürgern von Barcelona an Bekanntheitsgrad gewinnt. Man beabsichtigt einige kleinere Konzerte und verschiedene Vorstellungen für Kinder zu veranstalten, welche man mit der Familie genießen kann.

Fotogalerie

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Anschrift

Plaça (Platz) Blanquerna, s/n, Barcelona.

Besuchszeiten

1. und 3. Sonntag des Monats: von 11:00 bis 14:00.

Eintrittspreis

Kostenlos.

Wie kommt ihr hin?

Metro: Drassanes (Linie 3) und Paral·lel (Linie 2).

Busse: Linien 20, 21, 64, 120, D20, H14 und Touristenbus.

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